Elektroinstallation

Eine  zweite Batterie im Auto ist ziemlich praktisch. Nicht erst, wenn man feststellt, dass man am Abend doch zu lange das Licht und den Computer an hatte. Darum haben wir uns auch für eine zweite Batterie entschieden. Diese ist durch ein Relais von der Starterbatterie getrennt bzw. mit ihr verbunden. Es gibt viele verschiedene Ladegeräte mit denen man auch gleich Solarpaneele anschließen kann. Wir haben uns für ein Relais entschieden, weil es günstig und klein ist. Außerdem kann man es auf der ganzen Welt viel leichter ersetzten als ein kompliziertes Ladegerät. Ich habe hier mal die wichtigsten Schritte bei der Installation einer zweiten Batterie zusammengefasst.

Planung

Bevor man mit dem Einbau anfangen kann, sollte man sich überlegen was für Verbraucher man haben wird. Das ist einmal wichtig für die Kapazität und Art der Batterie. Die verschiedenen Typen habe ich hier schonmal erklärt.

Drei Dinge müsst ihr vor dem Kauf einer Batterie berücksichtigen

1. Da die Batterie im Innenraum sein soll, dürfen keine giftigen Gase austreten. Das ist zum Beispiel bei AGM Batterien der Fall.

2. Wollt ihr einen Spannungswandler betreiben? Manche Batterietypen vertragen eher höhere Entladungsströme. Auch hier sind AGM Batterien geeignet.

3. Welche Kapazität sollte eure Batterie haben. Hier habe ich eine beispielhafte Berechnung gemacht. Wir haben eine 100 Ah Batterie eingebaut, das sollte ein paar Tage auch ohne Ladung durch den Motor reichen.

Die Batterie solltet ihr möglichst weit unten im Auto und gut gesichert gegen Verrutschen unterbringen.

Das Trennrelais

Um das Trennrelais anschließen zu können, müsst ihr im Kabelbaum eures Autos einen Kontakt finden, der bei eingeschalteter Zündung Strom hat auch wenn der Motor noch nicht läuft. So können die Batterien verbunden werden, ohne dass der Motor läuft. Sobald das Relais Strom bekommt, schließt es und verbindet die Batterien. Wenn ihr dann das Auto wieder aus macht, sind die Batterien getrennt. Am besten besorgt ihr euch eine Prüflampe oder ein Messgerät und geht mal die Kontakte durch. Kleiner Tipp, das Radio hat auch meistens einen Kontakt der schon Strom hat, ohne dass der Motor läuft.

Die Kabel

Das wichtigste beim Verlegen der Kabel sind die richtigen Sicherungen an den richtigen Stellen. Um die Starterbatterie und die Versorgerbatterie zu verbinden, reicht es theoretisch nur den Pluspol zu verbinden und den Minuspol, also die Masse über die Karosserie zu führen. Das heißt Minus der Versorgerbatterie kann auch an die Karosserie angeschlossen werden. Die Sicherungen sollten so nah wie möglich an den Polen der Batterien sein. Je eine Sicherung an jeder Batterie. Wir haben eine 80A direkt hinter dem Pluspol der Starterbatterie und eine direkt an dem Pluspol der Versorgerbatterie. Das ist wichtig, weil Strom von beiden Seiten fließen kann, darum auf beiden Seiten eine Sicherung. Den Minuspol muss man nicht absichern. Er ist sowieso mit der Karosserie verbunden. Die einzelnen Verbraucher haben dann nochmal jeweils eine 10A Sicherung und alle Verbraucher zusammen eine 20A Sicherung. Lieber eine Sicherung zu viel als zu wenig. Am Besten ihr schaut euch mal den Schaltplan an.

Fast genauso wichtig ist, dass ihr die Kabel in geeigneten Schutzhüllen verlegt. Das verhindert das Aufscheuern der Kabel mit der Zeit, dann halten auch die Sicherungen länger. Für Wanddurchführungen gibt es spezielle Gummidurchführungen. Der Pluspol darf unter keinen Umständen in Kontakt mit der Karosserie kommen.

Außerdem solltet ihr Litze aus Kupfer verwenden. Eine Litze besteht aus vielen kleinen Adern. Sie sin flexibler als andere Kabel und brechen darum nicht so leicht bei den ganzen Vibrationen im Auto.

Kabelquerschnitt

Wir haben zwei verschiedene Querschnitte benutzt. 16 mm2 um die Versorgerbatterie mit der Starterbatterie zu verbinden und 1,5 mm2 um die einzelnen Verbraucher anzuschließen. Wer ganz sicher sein will, kann den Kabelquerschnitt mit der folgenden Formel berechnen:

A = ( I x 0,0175 x L x 2 ) / (fk x U)

I ist die maximale Stromstärke in Ampere

0,0175 ist ist der spezifische Widerstand von Kupfer in Ohm x mm2 / m

L ist die Kabellänge

fk ist der Verlustfaktor, Beispiel: 1%, sind 0,01

U ist die Spannung

Wenn ihr einen Wert errechnet habt, solltet ihr immer auf den nächst größeren Standardquerschnitt aufrunden. Sonst ist das Kabel am Ende doch zu dünn und kann im schlimmsten Fall einen Kabelbrand verursachen.

Im Allgemeinen sollten die Kabel so kurz wie möglich sein. Das spart Gewicht, sorgt für weniger Verlust und auch für weniger Potenzial von kaputte Stellen.

Fazit

Jetzt sollte der Zweitbatterie nichts mehr im Weg stehen. Hier seht ihr den Schaltplan für unseren Bus. Hier sind alle Bauteile, die wir verwendet haben, eingezeichnet. Im Video zur Zusatzbatterie seht ihr dann noch wie ich mich beim Einbau angestellt habe.

Wichtiges zum Schluss

Kabel dürfen natürlich nicht durch den Gaskasten führen und dürfen auch nicht mit 230V Kabeln zusammen verlegt werden. Wenn doch mal was passiert brennt euch dann nicht gleich das ganze Wohnmobil ab, sondern nur eine Sicherung.