Batterien

Wenn ihr nicht gerade auf einem Campingplatz an das 230 Volt Stromnetz angeschlossen seid, kommt der Strom von einer Batterie. Dieser Strom sollte niemals von der Starterbatterie kommen, da diese erstens nicht für den Dauerbetrieb ausgelegt ist und zweitens, sonst schlapp machen kann und ihr am nächsten Morgen nicht vom Fleck kommt. Darum muss ein zweiter Stromkreis installiert werden der unabhängig von der Starterbatterie funktioniert.

Ladezyklen

Auf den Batterien wird häufig der Wert angegeben, wie oft eine Batterie geladen werden kann bevor sie langsam schwächer wird und weniger als 80% ihrer Ursprungskapazität besitzt. Das nennt man Zyklenfestigkeit. Ein Zyklus kann muss nicht immer das vollständige Entladen sein. Auch zweimal zur Hälfte oder einmal ein Drittel und einmal zwei Drittel sind jeweils ein Zyklus. Also beim Batterienkauf auf die Ladezyklen achten.

Batterietypen

Die mit Abstand verbreitetsten Batterien in Wohnmobilen sind Bleisäure Batterien. Die werden gerne mal mit Solarbatterie, Versorgerbatterie oder Aufbaubatterie beworben. Es gibt im Grunde aber nur drei verschiedene Arten:

Nassbatterien: Bestehen im Innern aus Bleiplatten und verdünnter Schwefelsäure.

Gelbatterien: Die Bleiplatten sind etwas dicker als die der Nassbatterien und anstelle der Schwefelsäure kommt hier ein Gel zum Einsatz.

AGM-Batterien: Bei diesen Batterien ist das Elektrolyt in einem Glasflies gebunden.

Solltet ihr zu viel Geld haben, gibt es auch noch Lithiumbatterien. Das sind die Batterien aus Handys, Tablets oder Laptops. Sie sind sehr leistungsstark, leicht und daher auch teuer.

Nassbatterien

Im Prinzip ist das eine Starterbatterie. Die Bleiplatten im Innern können zusammen mit einer auf das Blei aufgetragenen Legierung die Zyklenfestigkeit allerdings verbessern.

Man sollte diese Akkus jedoch nicht zu sehr entladen. Es kommt sonst zur Sulfatierung. Dabei bilden sich kleine Bleisulfatkristalle auf den Bleiplatten und verringern deren Oberfläche. So verlieren die Batterien dann schnell ihr Leistung und können im Extremfall auch zu einen Kurzschluss erzeugen. Daher maximal bis zur Hälfte entladen. Für diese Batterien gibt es Ladegeräte, die den Ladezustand messen und zum Beispiel über den Winter aufpassen, dass die Batterie nicht zu tief entladen wird.

Vorteile

• man braucht keine komplizierte Ladetechnik

• preiswert

Nachteile

• wartungsintensiv, Säurestand und Wasser muss immer wieder geprüft werden

• beim Betrieb entstehen Gase, die nicht im Innenraum des Wohnmobils sein sollten

• sie können auch mal auslaufen, und müssen daher in einem säurefesten Behälter stehen- sie können nur bis zur Hälfte entladen werden

Es gibt zusätzlich noch wartungsfreie Nassbatterien. Diese Batterien sind geschlossen und können daher nicht auslaufen. Sonst unterscheiden sich diese Batterien nicht wesentlich von den normalen Nassbatterien.

Blei-Gel-Batterien

Diese Batterien können durch dickere Bleiplatten, und dem Gel im Innern Strom wesentlich länger abgeben, müssen aber auch länger geladen werden. Durch das Gel wird ein Großteil der Gase am Austreten gehindert. Allerdings sollten keine Zündquellen direkt an den Batterien sein, da das entweichende Knallgas sich sonst leicht entzünden kann.

Zum Laden wird ein besonderes Ladegerät benötigt und relativ schwer sind diese Batterien auch. Da sie tiefe Temperaturen und hohe Stromentnahmen nicht gut verkraften, sind sie weder für Wintercamping noch für Wechselrichter geeignet. Dafür sind sie Wartungsfrei und können tiefer entladen werden.

Vorteile

• fast wartungsfrei

• durch die geschlossene Bauweise laufen sie nicht aus

• können kurzzeitig bis zu 70% entladen werden

Nachteile

• man benötigt ein spezielles Ladegerät

• die Dinger sind sehr schwer

AGM-Batterien

Durch ein eingelegtes Glasflies und die geschlossene Bauweise ist die Batterie auslaufsicher und gast kaum aus. Dieser Versuch, die Vorteile der Nassbatterien und der Gel-Batterien zu verbinden, liegt auch in seinen Leistungsmerkmalen zwischen den Batterietypen. Die Zyklenfestigkeit ist nicht so gut wie bei den Gel-Akkus und sie lassen sich auch nicht so tief entladen. Dafür vertragen sie eine höhere Stromentnahmen und sind weniger empfindlich gegen Tiefenentladung als Nassbatterien.

Man benötigt jedoch ein spezielles Ladegerät mit Temperaturfühler, denn diese Batterien können hohe Temperaturen nicht gut vertragen. Allerdings entladen sie sich kaum von selbst und sind daher auch für längere Standzeiten gut geeignet.

Vorteile

• nicht so empfindlich gegen Tiefenentladung wie Nassbatterien

• wartungsfrei

• geeignet auch für längere Standzeiten

Nachteile

• spezielles Ladegerät mit Temperaturfühler ist sinnvoll

Kapazitäten

Die Entladetiefen der verschiedenen Akkus:

Nassbatterien: 50%

Gel-Akkus: 70%

AGM Akkus: 80%

Auf den Batterien gibt es Angaben, die anzeigen wie schnell die Gesamtkapazität entladen werden kann. C1 bedeutet, dass die gesamte Kapazität in einer Stunde entnommen werden kann. Darüber hinaus gibt es noch C5, C10 und C20. Im allgemeinen gilt, je höher der Wert, desto höher ist die Gesamtkapazität und desto langsamer die Abgabe. Für eine Verbraucherbatterie ist also ein höherer Wert besser, da meistens nur geringe Strommengen über einen langen Zeitraum

Aufladen von Batterien

Ohne auf externe Hilfe zurückzugreifen gibt es zweieinhalb Wege die Batterien zu laden.

Die Versorgerbatterie kann durch die Lichtmaschine geladen werden. Dazu muss sie durch ein Trennrelais von der Starterbatterie getrennt werden das bewirkt, dass man die Versorgerbatterie zwar laden kann, die Starterbatterie aber nicht von der Versorgerbatterie entladen wird. Das ist mit Abstand die günstigste und einfachste Variante die man im Notfall auch einfach überbrücken oder reparieren kann ohne viel Aufwand.

Diese Problem kann mit einem Batteriebooster gelöst werden. Der ermöglicht das volle Laden der Verbraucherbatterie. Die Dinger sind nicht ganz billig, aber wenn man keine Solaranlage auf dem Dach haben will, ist das die einzig sinnvolle Lösung.

Der zweite Weg ist eine Solaranlage. Mit dem passenden Laderegler werden die Batterien geladen. Die Solaranlage sollte allerdings wohl dimensioniert sein um auch mal ein paar Tage ohne viel Sonne überstehen zu können.

Der letze halbe Weg wäre wohl ein Trennrelais in Kombination mit einer Solaranlage. So kann eine Grundladung der Batterien gewährleistet werden und die Solaranlage lädt die Batterien voll.

Wir haben in unserem Auto die Batterie mit einem Trennrelais mit der Starterbatterie verbunden. Das funktioniert erstmal wunderbar, ist einfach, billig und kann bestimm überall auf der Welt repariert werden.

Fazit

Wenn euer Wohnmobil oft bewegt wird und ihr auf teuere und komplizierte Ladetechnik verzichten wollt, würden wir wartungsfreie Nassbatterien empfehlen. Ihr solltet allerdings bedenken, dass diese Batterien ausgasen. Die entstehenden Gase sollten in irgendeiner Form aus dem Auto geleitet werden können. Am Besten ihr verbaut eure Batterien an einem Ort, der nicht Luftdicht vom Außenraum abgeschlossen ist oder nicht direkt mit dem Innenraum verbunden ist.

Wir haben uns für die etwas teurere AGM Batterie entschieden und laden sie über ein Trennrelais direkt mit der Lichtmaschine. Da die Batterie im Innenraum steht müssen wir uns mit einer AGM Batterie keine Sorgen wegen der Gase machen. Und das Laden hat bisher auch sehr gut funktioniert.

Kaufempfehlung

Wir haben unseren Verbrauch berechnet und sind zu dem Schluss gekommen, dass uns eine Batterie mit einer Kapazität von 100Ah ausreicht um ein paar Tage autark campen zu können. Daher haben wir uns für die folgende AGM Batterie entschieden.

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Solltet ihr der Meinung sein, dass ihr mehr Kapazität benötigt, gibt es diese Batterie natürlich auch mit mehr Kapazität.

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Ein paar Dinge zum Schluss

Ladeschlussspannung

Die Ladeschlussspannung sollte während des Ladevorgangs nicht überschritten werden. Sonst entstehen Gase und die Batterie wird dauerhaft geschädigt.

Entladungsspannung, Ladeerhaltung

Diese Spannung sollte das Batterieladegerät halten und der Selbstentladung der Batterie entgegenzuwirken.

Entladeschlussspannung

Die Entladeschlussspannung sollte beim Entladen niemals unterschritten werden.