Fernreisemobiltreffen 2018

Kurz vor nachdem wir mit unserem Segelboot im IJsselmeer angelegt haben, habe ich mal gerechnet und gemerkt, dass ich es durchaus noch an die Mosel zum Fernreisemobiltreffen schaffen kann. Das bedeutet gut 1.300 km mit dem Auto zurückzulegen und mir war klar, ich fahre sofort weiter. Leider gab es auf dem Rückweg nach Berlin ein bisschen Stau, sodass ich später loskam als gehofft. Trotzdem habe ich es geschafft gegen halb neun neben dem hastig gepackten Auto zu stehen und den Tank zu füllen. Mit einem Kaffee in der einen und dem Lenkrad in der anderen Hand düse ich in die Nacht zum Kilometerfressen.

Um halb zwei muss ich dann doch einsehen, dass ich nicht mehr kann. Also fahre ich von der Autobahn und suche mir ein gemütliches Plätzchen auf einem Feld und schlafe sofort ein. Die letzen Kilometer lege ich am Morgen zurück und fahre schließlich am Vormittag endlich auf den Parkplatz zur Anmeldung.

Sofort angekommen

Wie schon im letzten Jahr stand ich zwischen Unimogs und einem alten THW LKW. Der herzliche Empfang war unerwartet und daher umso schöner. Ich habe mich wirklich sehr gefreut meine Freunde aus dem letzten Jahr wiederzusehen.

Zuerst galt es aber den Platz zu erkunden. Natürlich gab es wieder viele der üblichen Verdächtigen zu sehen. Die teilweise beeindruckend großen und manchmal eher Technikwunder als Expeditionsmobil LKW stehen zwischen Bussen, Allradfahrzeugen und sogar einem Trabant mit Dachzelt. Die bunte Mischung der Fahrzeuge steht auch für die bunte Mischung der Besucher. Ohne Probleme kann man überall mal anklopfen, Erfahrungen austauschen und Fachsimpeln. Auch wenn ein mehr als 250.000€ teures Reisemobil nicht nach meinem Geschmack ist, kann ich mich einfach für die technischen Raffinessen begeistern.

Leider viel zu kurz

Wegen der vielen guten Gesprächen habe ich nur zwei Vorträge hören können, das stört mich aber überhaupt nicht. 

Der erste der beiden Vorträge erzählte die Geschichte einer jungen Familie, die mit einem alten Mercedes Rundhauber von Alaska nach Feuerland gefahren sind. Es war nicht nur ein sehr gut gehaltener Vortrag sondern auch interessant. Denn die gleiche Route ist auch für uns eine Option.

Im zweiten Vortrag wurde die beeindruckende Reise von einem jungen Pärchen im Landrover rund um Afrika berichtet. 

Der Tag war schnell vorbei und die letzte Nacht fordert ihren Tribut. Todmüde schlafe ich ein und muss sogar die Heizung anschmeißen. 

Die Parade der dicken Schiffe

Schon beim Aufwachen habe ich deutlich verbrannten Diesel gerochen. Die ersten machen sich auf den Weg und ziehen teilweise dicke blaue Wolke hinterher. Den Feinstaubgehalt sollte man an diesem Wochenende lieber nicht messen. Zum Glück kommen diese alten Mobile nur selten zusammen und werden nicht regelmäßig gefahren.

Alle müssen über den Anmeldeparkplatz fahren. So kommt es auch, dass wie jedes Jahr die Parade der dicken Pötte sich über den Parkplatz schiebt. Manchen macht es sich im Campingstuhl bequem und schauen sich an was da alles anrollt.

Ich schaue mir das noch eine Weile an, weiß aber dass ich auch bald aufbrechen muss. Schließlich liegen noch mindestens neun Stunden Fahrt und 650 km vor mir. Schweren Herzens mache ich mich also auf den Weg, schalte das Radio ein und krame meine letzten Koffeinreserven vor. Mit der gefunden Club Mate in der Hand fahre ich auf die Autobahn und träume vom Reisen.

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